Christian und der Teufel


Es war einmal ein junger Bursche, der es seiner armen Mutter sehr schwer machte. Er lag den ganzen Tag faul auf der Couch, ließ sich von vorne bis hinten bedienen und dachte nicht im Traum daran, seiner Mutter im Haus zur Hand zu gehen, um sie etwas zu entlasten. Er war in einem Alter, in dem er selbst sein Geld verdienen könnte, aber arbeiten war nicht seine Stärke. Viel lieber sah er es, wenn andere sich für ihn sich krumm machten und er somit sich jeden Tag ins Bett legen konnte, wenn es ihm gerade danach war. Freunde hatte er keine, weil sie sich alle von ihm zurückgezogen haben und nichts mit so einem Faulpelz und Tunichtgut zu tun haben wollten. So musste seine Mutter für all seine Bosheiten und Lieblosigkeiten herhalten.
Als ihn seine Mutter, wie schon so oft bat, ihr im Haus zu helfen, sagte er nur spöttisch zu ihr: „ Der Teufel soll mich holen, wenn ich nur einen Finger krumm mache.“ Dann drehte er sich auf die andere Seite, um weiter sein Nickerchen zu machen. Müde von der vielen Arbeit, schleppte sich die arme Frau in die Waschküche, um seine Wäsche zu waschen. Er rief ihr noch schnell nach: „Mutter, denke daran, für heute Abend brauche ich ein sauberes Hemd. Ich möchte zum Tanz gehen, da habe ich meine Bewegung.

Ich weiß gar nicht, warum du dich beklagst.?“
Alleine in seinem Zimmer, bemerkte Christian einen fürchterlichen Gestank. Er schaute sich um und erschrak. In einer Ecke loderten helle Flammen,
und mitten drin stand ein hässlicher Kerl. „Wer bist du?“ schrie Christian.
„Oh, oft hast du meinen Namen gerufen und jetzt erkennst du mich nicht?“, ertönte es aus der Ecke. „Ich bin es, dein Freund.........., dein Teufel. Ich komme geradewegs aus der Hölle, um dir die freudige Mitteilung zu machen, dass ich dich heute Nacht, Punkt zwölf Uhr holen werde. Schlafe noch ein wenig, dann vergeht die Zeit für dich schneller. Oh entschuldige bitte, ich habe vergessen, im schlafen und faulenzen bist du ja unübertroffen und somit für die Hölle bestens geeignet,“ spottete der Teufel und verschwand mit lautem Gelächter.
Dem Christian wurde es heiß und kalt vor Angst. Hatte er nur geträumt, oder ist das gerade wirklich passiert, dachte er bei sich, stand auf und lief zu der Ecke, wo er gerade den Teufel gesehen hatte. Nein, geträumt hatte er das nicht, denn er stand vor einem großen Haufen mit noch heißer Asche, und der Modergeruch lag auch noch im Zimmer.
Er schaute auf seine Uhr, es war genau 3 Uhr am Nachmittag. Er hatte also noch  neun Stunden, um zu überlegen, wie er dem Teufel entwischen könne. Er rief nach seiner Mutter und berichtete ihr von seiner Begegnung. Die gottesfürchtige Frau brach weinend zusammen und schluchzte: „Das hast du nun davon. Auch wenn du ein Taugenichts bist, bleibst du doch mein Sohn.

Ich werde versuchen, dir zu helfen, aber wie, wie überlistet man den Teufel?.“
Christian lief in seinem Zimmer auf und ab. Nichts wollte ihm einfallen. Wie auch, er hatte seiner Mutter all die Jahre alle Entscheidungen übertragen und sich selbst um nichts gekümmert. Er hatte Angst, furchtbare Angst und er schwor sich, wenn er aus den Klauen des Teufels gerettet werden würde, so soll aus ihm ein fleißiger und rechtschaffener Mensch werden.
Der verzweifelten Mutter blieb nur der eine Weg , sich in das nahegelegene Dorf zu begeben, um dort in der Kirche zu beten und um Hilfe zu bitten. Als sie da niederkniete und mit Gott sprach, ertönte die Kirchenuhr und schlug mehrmals zur vollen vierten Stunde. „Das könnte die Rettung sein,“ dachte sich die leidgeprüfte Frau. „Ich werde die Kirchturmuhr um eine Stunde vorstellen, dann wird der Teufel glauben, sich in der Zeit geirrt zu haben, und somit wäre mein Sohn gerettet.“ Im Gebet bedankte sich die Frau für diesen Hinweis und machte sich auf den Weg zum Glockenturm. Viele Tausende Stufen musste die arme Frau steigen, um endlich oben anzulangen. Sie machte sich ans Uhrwerk und drehte die Zeiger eine volle Stunde vor. Dann musste sie die Stufen wieder herabsteigen  und machte sich auf den Heimweg. Dort berichtete sie Christian von ihrem Plan. „Und was machen wir, wenn der Teufel deinen Plan durchschaut und er merkt, dass die Uhr vorgestellt ist?“ fragte er.
„Das wird er nicht wagen,“ sprach sie, „ er wird es nicht wagen, die Zeit Gottes anzuzweifeln.“
Es wurde Nacht. Sie saßen zu zweit in Christians Zimmer, als die Mutter zu ihrem Sohn sagte: “Es ist fünf Minuten vor Mitternacht. Ich muss dich jetzt alleine lassen.“  Sie gab ihrem Christian einen Kuss auf dessen Stirn und wünschte ihm Glück und Gottes Segen. Dann verließ sie weinend das Zimmer. Ihr Sohn saß weiß wie eine Wand auf seinem Bett und harrte der Dinge, die da nun kommen würden.
Ein Feuer erhellte das Zimmer, und der erbärmliche Gestank erfüllte wieder den Raum. Aus den lodernden Flammen entstieg der Teufel. „Nun Christian, bist du bereit?“ fragte er, „deine Zeit ist gekommen. Es ist Mitternacht, und unten in der Hölle warten die anderen Faulen schon auf dich.“ „Wieso Mitternacht?“, fragte Christian, „das war doch vor einer Stunde.“ Kaum hatte er das gesagt, schlug die Kirchturmuhr genau einmal.
Der Teufel schnaufte und brüllte vor Wut: „Leider darf ich diese Zeit nicht anzweifeln, deshalb bist du noch einmal davongekommen. Aber glaube mir, ich komme wieder, denn du wirst dich nie ändern und immer ein Faulpelz bleiben.
Ich halte deinen Platz in der Hölle schon mal warm.“
Es gab einen großen Knall, und der Teufel war verschwunden.
Christian atmete erleichtert auf und eilte glücklich zu seiner Mutter.  „Mutter,“  rief er, „dein Plan hat geklappt. Der Teufel musste mich noch einmal verschonen. Von nun an werde ich ein rechtschaffener Mensch. Ich werde dir im Haus helfen, werde für uns beide sorgen, damit du dich zur Ruhe setzen kannst, und ich will dir von nun an immer ein guter Sohn sein.“
Die Mutter nahm ihren Christian freudig in ihre Arme und drückte ihn ganz fest an sich. „Ich glaube an dich mein Junge,“ sprach sie und konnte ihre Freudentränen nicht zurückhalten.
Christian aber hat all seine Versprechen wahrgemacht. Er war von nun an ein guter Sohn, half auch, wie versprochen, im Haus und verdiente soviel Geld, dass seine Mutter sich nie wieder abplagen musste.


Ende

                                        

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