„Fize Faze Fuzelmaz“


Es war einmal eine kleine Prinzessin, die war sehr eingebildet und machte sich über alles und jeden lustig. Sie lachte über die Zofe, über den Koch, den Stallburschen und sogar über den König, ihren Vater. Nichts und niemanden nahm sie ernst und lebte einfach so in den Tag hinein.
Wie schon so oft, saß sie in ihrer Kammer, schaute in den goldenen Spiegel und bewunderte ihr langes, blondes Haar. Da auf einmal klopfte es an ihrer Tür. Sie rief: „ Wer stört mich denn jetzt, gerade wollte ich mein Haar bürsten?“ Die Tür ging auf und ein kleiner Wicht, nicht größer als ein Stuhlbein, trat herein und sagte zu der Prinzessin:
„Ich habe von deiner Schönheit gehört und wollte dich gerne kennenlernen.“

Die Prinzessin schaute herab zu dem Kleinen und war erstaunt, was sie da sah. Er hatte für seine Größe viel zu große Ohren, Hände und Füße. Er sah sehr drollig aus. Die kleine Prinzessin fragte ihn nach seinen Namen und er antwortete artig:  „Mein Name ist Fize Faze Fuzelmaz.“  Als sie diesen hörte, fing sie laut an zu lachen und sagte immer wieder: „ Wie kann man nur so komisch aussehen und einen so dummen Namen haben, nein wie lustig,  ha ha ha , hi hi...“
Der kleine Wicht war so verstört und verärgert über die Prinzessin daß er erst ganz grün wurde, dann voller Zorn und mit erhobenen Zeigefinger zu ihr  sprach: „Dein Lachen ist für die Menschen, 
nicht für Hohn und Spott,
das sagt dir hier der Wichtel,
das wünscht sich auch der liebe Gott!“
„Von nun an nehme ich dein Lachen mit und behalte es so lange, bis du eingesehen hast, wozu der Mensch sein Lachen gebrauchen sollte.“
Kaum gesagt, war Fize Faze Fuzelmaz wie vom Erdboden verschwunden. Die Prinzessin wollte noch einmal lachen, aber es kam nicht einmal ein klägliches Kichern über ihre Lippen. Ab diesem Tage wurde es im ganzen Schloß sehr still.
Viele Monate gingen ins Land. Der König war sehr böse über die Prinzessin, die den ganzen Tag nur noch schlecht gelaunt durchs Schloß lief, weil sie ja über keinen mehr lachen konnte. Er bestellte sie zu sich ins Thronzimmer und sagte zu ihr:  „ Ich kann deine Launen nicht mehr ertragen. Du verläßt das Schloß und gehst in den Wald. Dort steht eine Holzhütte, die du bewohnen kannst. Später vielleicht, wenn du dich wie eine richtige Prinzessin benimmst, darfst Du auf das Schloß zurückkehren.“
Trotzig packte sie ein paar Sachen zusammen und machte sich zu Fuß auf den Weg zur Hütte. Dort angekommen, sammelte sie altes Laub und häufte es, damit sie ein Schlafplatz hatte. Dann legte sie sich hin und machte die Augen zu. Aber schlafen konnte sie nicht, denn sie mußte immer an den kleinen Wicht denken.............
Es wurde schon alles dunkel, als es an der Hüttentür klopfte. Fize Faze Fuzelmaz stand draußen und bat um Einlaß. Sie aber schlug ihm die Tür vor der Nase zu und rief: „ Ich komme auch ohne dich zurecht. Ich brauche dich nicht.“
Dann, nach einiger Zeit, schlief die Prinzessin doch ein.
Der kleine Wicht aber dachte so bei sich, na gut, wenn Du nicht mit mir reden möchtest, werde ich dich jeden Tag beobachten. Ich verstecke mich hinter den Büschen und schaue nach dem Rechten.
 Am frühen Morgen lachte die Sonne durch das Hüttenfenster, die Vögel zwitscherten und die Waldtiere spielten.
Wieder vergingen viele Monate und jedesmal, wenn die kleine Prinzessin erwachte, wurde es ihr um das Herz ganz schwer. Sie dachte an ihren Vater, an ihr schönes, großes Himmelbett und an den großen goldenen Spiegel, vor dem sie jeden Morgen gesessen hatte.
Sie ging hinaus in den Wald und sammelte Beeren, als ein kleines Reh auf sie zukam und fragte, ob sie mit ihm spielen möchte. Da sie keinen anderen Spielkameraden hatte, sagte die Prinzessin: „ Gerne spiele ich mit dir, aber sage mir, kennst du den kleinen Wicht mit dem Namen, Fize Faze Fuzelmaz?“ Das Reh aber antwortete ihr: „ Spiele erst mit mir, dann beantworte ich dir deine Frage.“ So spielten die beiden den ganzen Tag bis es dämmerte.
Das Reh bedankte sich bei der Prinzessin und sprach: „ Ja, ich kenne den kleinen Wicht, was möchtest Du von ihm?“  „ Nun ja“ sagte sie, :„ Er hat mein  Lachen und das hätte ich gerne wieder.“ „Oh, mach dir keine Sorgen, wenn die Zeit reif ist, wird er dir es wiedergeben“ sagte das Rehlein und verschwand im tiefen Wald.
Fize Faze Fuzelmaz, der alles aus seinem Versteck mit angesehen und gehört hatte, nickte zufrieden und freute sich über die kleine Prinzessin, die nun gar nicht mehr so hochmütig war wie auf dem Schloß.
So vergingen weitere Tage und Wochen. Die Prinzessin freundete sich mit allen Waldtieren an und spielte mit ihnen, ohne daß jemals ein Lachen über ihre Lippen kam.
Im ganzen Land hörte und sprach man über die Prinzessin. Auch ein junger Jägersmann. Der machte sich auf den Weg durch den Wald zu ihr und klopfte an ihre Hüttentür. Als er die schöne Prinzessin sah, wurde ihm ganz warm ums Herz und er sprach: „ Komm mit mir in mein Haus, dort hast Du ein schönes Bett, eine gute Kost und ich werde für dich sorgen.“ Gerne hätte sie eingewilligt, denn sie hatte zwar die Waldtiere als Spielkameraden lieb gewonnen, dennoch fehlte ihr der Kontakt zu den Menschen. Sie fing an zu weinen und erzählte dem jungen Jäger von ihrem Leid. Das Fize Faze Fuzelmaz ihr das Lachen nahm und ihr Vater sie verstoßen hatte. Er aber sprach: „ Gräme dich nicht, ich helfe dir und du wirst sehen, eines Tages kannst du wieder lachen und dein Vater wird dich bald in seine Arme schließen.“
Sie gingen beide zum Haus des Jägers. Er sorgte liebevoll für die Prinzessin und sie dankte es ihm mit ihrer Liebe.
Weitere zwei Jahre zogen ins Land, als der Jäger um die Hand der Prinzessin anhielt und kurz darauf die Hochzeitsglocken klangen.

Der kleine Wicht aber, der immer im Hintergrund war und die Prinzessin nie aus den Augen verloren hatte, freute sich und flüsterte: „Bald, sehr bald, kleine Prinzessin wirst Du so glücklich sein, daß dir dein kleines Herz vor Freude zerspringen möchte.“
Nach einem weiteren Jahr, schenkte die Prinzessin ihrem Jäger einen kleinen Sohn. Als sie ihr Kind in den Armen hielt und die kleinen Öhrchen, die kleinen Händchen und die kleinen Füßchen betrachtete, mußte sie an den Wicht denken, wie sie ihn damals ausgelacht und verhöhnt hatte. Sie schämte sich sehr und fing an bitterlich zu weinen. Da auf einmal stand Fize Faze Fuzelmaz vor den beiden, lächelte und sprach:
 „Deine Tränen und deine Liebe haben dein Herz erweicht. Von nun an sollst du wieder lachen können. Lache wenn es dein Herz möchte, lache vor Glück und lache vor Freude, nur denke daran, lache nie über einen Menschen.“ Dann war der Wicht verschwunden.
Die Prinzessin konnte sich nicht einmal mehr bedanken. Sie sprach zu ihrem Kind: „ Dir mein Schatz werde ich den Namen Fize Faze Fuzelmaz geben.“


Und beide lachten vor lauter Freude, daß es wie ein helles Glockenklingen durchs ganze Land ertönte.
Auch der König hörte dieses Lachen und er freute sich über das Glück seiner Tochter. Es holte sie, ihr Kind und ihren Jägersmann aufs Schloß und richtete  ihnen allen ein großes Fest aus. Den Jäger machte er zum Prinzen und schenkte ihnen das halbe Königreich.
Das ganze Land feierte mit und alle sangen immer wieder das schöne Lied:                           
„Der kleine Prinz, der kleine Prinz,
er ist ein süßer Fratz,
er hat den schönen Namen: "Fize Faze Fuzelmaz“ !



Ende

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